Viele Katzen leiden still unter Angst, Stress und Unsicherheit. Rückzug, Panik, Futterverweigerung oder übermässige Schreckhaftigkeit werden oft als „Charaktereigenschaften“ abgetan – dabei steckt dahinter nicht selten ein tiefes inneres Ungleichgewicht. Der folgende Fallbericht zeigt, wie die klassische Homöopathie bei einer stark ängstlichen Katze nachhaltig zu mehr Sicherheit, Mut und Lebensfreude führte.
Wenn Angst und Panik den Alltag bestimmen
Luna ist ein 3-jähriger Europäische Hauskatze-Perser-Mix und lebt mit ihren Menschen, einem Hund und Wellensittichen in einem ruhigen, liebevollen Zuhause mit Garten in einer 30-er Zone. Dank Katzenklappe könnte sie theoretisch jederzeit nach draussen, dafür ist Luna aber viel zu ängstlich. Sie soll nun homöopathisch unterstütz werden, damit sie mutiger und sicherer wird und ein «normaleres Katzenleben» führen kann ohne permanenten Stress und Panik.
Luna’s Alltag ist geprägt von:
permanenter innerer Anspannung
panischer Angst vor fremden Katzen und unbekannten oder unerwarteten Geräuschen
Rückzug über Tage oder Wochen nach Schreckmomenten
fehlendem Spiel- und Jagdverhalten
sehr wählerischem Fressverhalten bis hin zu tagelanger Nahrungsverweigerung
Erste Begegnung: Eine hochsensible, vorsichtige, kleine, zarte Tiger Kätzin
Beim Hausbesuch am 14.5.25 zeigt sich Luna als sanfte, zurückhaltende und sehr sensible Katze, die fremde Menschen normalerweise meidet. Umso bemerkenswerter, dass sie während des Gesprächs im Wohnzimmer bleibt, und das Geschehen entspannt aus sicherer Distanz beobachtet.
Zu Familie A. gehören Mutter (T.), Vater und zwei Teenager. Luna sei einfach eine spezielle Katze. Sie ist sehr ängstlich, unruhig, aber trotzdem neugierig, jagt nicht, springt nicht hoch, hat panische Angst vor anderen Katzen und flüchtet, sobald sie auch nur eine Katze aus der Ferne sieht. Sie hat keine normalen Katzeninstikte und putzte sich bis vor Kurzem eigentlich nie. Sie ist immer um die Familie herum und traut sich nur in Begleitung von ihren Menschen oder dem Familienhund aus dem Haus.
Begegnungen mit fremden Katzen oder ungewohnte Geräusche führen regelmässig zu Panik und vollständigem Rückzug in den Keller oder auf den Schrank im Schlafzimmer von Ehepaar A., wo sie dann tage- oder wochenlang bleibt und kaum etwas frisst.
Vom Vater und der einen Tochter lässt sich Luna nicht anfassen und meidet den Kontakt zu ihnen. Beim Rest der Familie ist sie relativ zutraulich und sucht auch den Körperkontakt. Luna ist einfach zu wenig mutig, um die Welt zu entdecken und braucht immer einen vertrauten Menschen oder ihren Freund den Hund in der Nähe. Wenn sie sich nicht gerade im Keller oder in der hintersten Ecke auf dem Schrank verkriecht, liegt sie am liebsten auf dem kleinen Balkon im 1. Stock, von wo sie einen sicheren Überblick über den Garten hat. Sie schaut sehr gerne aus dem Fenster und beobachtet das Geschehen in der Nachbarschaft mit sicherem Abstand. Bei Regen geht sie gar nicht raus und sitzt beim Lüften gerne auf dem Fenstersims. Für eine 3-jährige Katze spielt sie sehr wenig. Wenn, spielt sie gerne mit Federn oder jagt Fäden.
Luna war der fünfte und letzte Welpe aus ihrem Wurf und mit Abstand die Kleinste. Sie wurde als Welpe geschöppelt, weil sie deutlich entwicklungsverzögert war gegenüber ihren Geschwistern, und war mehr als 3 Monate später als ihre Wurfgeschwister stubenrein. Gemeinsam mit ihrem Bruder, der sehr früh starb, kam sie zu Familie A. Seit dem Tod ihres Bruders wurde sie noch ängstlicher. Von ihm wurde sie massiv traktiert und drangsaliert, wehrte sich dagegen aber nie.
Luna ist ein schlechter und heikler Esser und kann problemlos 2 Tage nichts essen. Frischfleisch isst sie gar keines. Sie riecht daran und geht dann weg. Am fittesten ist Luna morgens bis etwa 10 Uhr und dann am Abend wieder ab etwa 21.00. Wenn das Setting für sie stimmt, kann sie auch mal kurz im Wohnzimmer herumrasen, aber das kommt selten vor.
Im Welpenalter hatte sie Kokzidien mit blutigem Durchfall der schulmedizinisch mit einem chemischen Entwurmungsmittel behandelt wurde. Ansonsten ist sie körperlich eine gesunde Katze.
Homöopathische Behandlung von Luna mit ihrer Angst und Panik
Luna erhält am 14., 16., 17. und 19.5. je einmal Arsenicum album C30 aus dem Wasser. Bereits nach wenigen Tagen zeigt sich eine erste Veränderung:
sie bewegte sich ruhiger durchs Haus
reagierte weniger schreckhaft
manchmal mauzt sie und streicht T. um die Beine, was sie beides früher nie machte
alles Anzeichen für eine erste innere Entspannung.
Ein Ausbruch einer akuten Panikattacke, aus der Luna dank der Homöopathie schneller rausfindet
Am 26.5. bekomme ich die Nachricht, dass Luna seit 2 Tagen wieder komplett durch den Wind ist und sich im Keller verkriecht. Gegessen hat sie die letzten 2 Tage nichts und auch das Katzenkistchen ist unbenutzt.

Luna bekommt Aconitum napellus C200 zweimal innert 15 Minuten. Am nächsten Tag sitzt Luna zwar immer noch im Keller, schnurrt und mauzt aber, wenn T. nach ihr schaut. Das Katzenkistli war am Morgen voll und sie hat in der Nacht auch etwas Trockenfutter gefressen. Normalerweise dauert eine solche Episode fast eine ganze Woche und unter der homöopathischen Behandlung ist es nach nur einer Doppelgabe Aconitum napellus C200 schon deutlich besser. Luna erholt sich über die nächsten Tage weiterhin gut und viel schneller als sonst. Am 31.5. bekommt Luna Aconitum napellus M zweimal innerhalb von 15 Minuten da sie, obwohl gefasster und mutiger und seit 2 Tagen wieder bei der Familie im Wohnzimmer und sogar im Garten, noch immer sehr auf der Hut ist.
Langfristige Veränderung mit dem Konstitutionsmittel
Nach Abklingen des akuten Schubes, erhält Luna am 11.6.25 Silicea terra C30 einmal. In den folgenden Wochen zeigen sich tiefgreifende Veränderungen:
guter, stabiler Appetit (geht man Richtung Küche mauzt sie einem hinterher)
ausgeprägtes Spiel- und Jagdverhalten (bis anhin hat sie noch nie gejagt)
Erweiterung ihres Reviers
springt nun auch hoch
mehr Selbstbewusstsein und zeigt deutlich was sie will
«plaudert» mit ihrer Familie
viel mehr Lebensfreude
Zum ersten Mal brachte Luna Beute (Heuschrecken 😊) nach Hause, spielte aktiv und hielt sich allein draussen auf. Schreckmomente führten nicht mehr zu Rückzug, sondern nur noch zu kurzer Verunsicherung. T.: «jetzt ist es eine richtige Katze!».
Nachhaltiger Erfolg: Katze glücklich - Familie glücklich
Auch nach einer leichten Stagnation im Herbst 2025, konnte die Entwicklung mit einer weiteren homöopathischen Gabe von Silicea terra diesmal in der C200, stabilisiert werden. Besonders berührend war die Rückmeldung des Vaters, zu dem Luna früher keinerlei Nähe zuliess: «Sie hat zum ersten Mal mit mir geschmust.»

Im Verlauf der nächsten Monate zeigt sich Luna als selbstbewusste, verspielte, verschmuste und aktive Katze, die sichtbar in ihrem Leben angekommen ist und sich endlich in ihrer Haut wohlzufühlen scheint.
Fazit: Sanfte Hilfe für sensible Katzen
Dieser Fall zeigt eindrücklich, wie die klassische Homöopathie bei ängstlichen Katzen nicht nur Symptome lindern, sondern tiefsitzende Unsicherheiten lösen kann. Durch die individuell abgestimmte Mittelwahl konnte Luna ihre natürlichen Instinkte wiederentdecken und innere Stabilität finden. Eine entspannte Katze bedeutet Lebensqualität – für Tier und Mensch.


